Liebe Leserin, lieber Leser

Winterzeit, Weihnachten, Festtage. Geschenke einkaufen, Freunde und Familie einladen, schlemmen und geniessen. Wer freut sich nicht darauf, endlich einmal ohne schlechtes Gewissen den Garten zu vernachlässigen? Die Pflanzen und viele Tiere haben sich zurückgezogen, die Zwiebeln sind im Boden. Die neu gesetzten Stauden oder Bäume sind auf dem Weg anzuwurzeln, damit sie eine gute Grundlage für den Start in den Frühling erhalten.

Also Beine hoch, Cheminee einfeuern und die Seele baumeln lassen. Die Vogelschar im Garten bei ihrem täglichen Kampf um die besten Körner von der warmen Stube aus beobachten. Rätselraten um die neuesten Tierspuren im Schnee und sich über jeden Sonnenstrahl in der kalten Jahreszeit freuen.

Nicht allen Menschen geht es so gut wie mir. Darum habe ich ihnen einen Platz im Pflanzenfreund eingeräumt. Sie, ihre Geschichten und ihre Gärten, inmitten von Krieg und Konfliktherden, sollen uns im Herz treffen. Und einmal mehr bin ich dankbar um die Natur, um die Schönheit und Zuversicht, die uns eine Pflanze, ein Beet, eine Blume auf dem Balkon oder im Hinterhof geben kann (ab Seite 20).

Fern unserer Kultur, doch so übereinstimmend in den Grundbedürfnissen, was wirklich wichtig ist. Ob im Züri-Oberland oder in Syrien, in den Gemeinschaftsgärten mit Migranten oder Asylanten im Dunkelhölzli in Zürich – das Urbedürfnis etwas anzupflanzen und gedeihen zu lassen, teilen viele Menschen (Seite 28). Und das verbindet uns. Ob in Afghanistan, im Gazastreifen oder am Bodensee; Pflanzen haben etwas Wohltuendes, Heilendes an sich.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine schöne Winterzeit und wertschätzende Momente im Strudel der Festtage.