Liebe Leserin, lieber Leser

Vor neun Jahren ungefähr habe ich die Gartenpflege des zum Haus gehörenden Umschwungs übernommen. Damals waren meine Gartenkenntnisse eher bescheiden und ich freute mich riesig, als im ersten Frühling in meinem neuen Zuhause die klassisch langstieligen, für viele vielleicht etwas langweiligen, roten und gelben Tulpen ein neues Gartenjahr ankündeten. Und dies, ohne etwas dafür gemacht zu haben, schiessen sie pflichtbewusst und pünktlich bis heute aus dem Boden. Nach ihnen die Narzissen und viele andere Knollen und Zwiebelpflanzen, von denen ich damals keine Ahnung hatte, weil sie einfach da waren und mein Herz erfreuten. Für mich waren es wunderbare, wildwachsende Farbtupfer in der braunen und grünen, eher eintönigen Gartenlandschaft.

Heute wachsen allerlei Zwiebel- und Knollenpflanzen in unserem Garten, die ich seit meinem Einzug überall, wo es Platz hat, in die Erde drücke. Gedanken über deren Herkunft und Zucht oder wie sie angebaut werden, habe ich mir bis vor einigen Jahren nie gemacht. Hauptsache, sie waren schön.

Aber eine NZZ-Dokumentation über den holländischen Blumenzwiebelmarkt, eine der wirtschaftlich relevanten Industrien in den Niederlanden, haben mir eine andere Realität der Produktion von Blumenzwiebeln aufgezeigt. Nicht so, wie ich sie mir in meinem Kopf zurechtgelegt hatte.

Unsere Hauptgeschichte erzählt nicht nur Schönes über den Blumenzwiebel und Zierpflanzenmarkt, wir zeigen aber auch, dass es Alternativen gibt; und das schon seit über 20 Jahren.

Umweltgerecht produzierte Blumenzwiebeln haben es leider bis heute nur beschränkt in den Schweizer Handel geschafft. Dies, weil die Menge dieser bei Weitem nicht den Markt abdecken können, aber auch, weil die Konsument*innen zu wenig wissen, bzw. sich nicht bewusst sind, was eine Tulpe oder eine Blumenzwiebel, bis sie hier in der Schweiz zu kaufen sind, alles durchgemacht haben. Vor allem aber, was das für die Gesundheit des Bodens und die Menschen, die dort leben, bedeutet.

Es gibt ein Licht am Horizont, denn die Gespräche mit den Blumenlieferanten und der grünen Branche sind im Gang. Und wir besuchten ein Team von Schweizer Tüftlern, die sich dem Safrananbau in Fläsch im Bündnerland widmen. Ihr Engagement für diese wertvolle Knolle verdanken wir, dass wir inländische Bio-Safranzwiebeln, aber auch Safran als Gewürz und vieles mehr kaufen können. Also ganz im Sinne von «Aus der Region. Für die Region», sind diese einheimischen Produkte direkt bei den Produzenten oder neu sogar im Garten-Center Meier in Dürnten erhältlich.

Ihre Redaktion