Liebe Leserin, lieber Leser

Ich gebe es ehrlich zu. Als Kind fand ich alles Gekrabbel und Gesurre im Garten unheimlich. Obwohl ich mich in der Freizeit mehrheitlich draussen und in der Natur aufhielt, waren mir z. B. Stinkkäfer unangenehm, weil ich beim Baumklettern immer mal wieder einen solchen zerquetscht habe und es danach fürchterlich gestunken hat. Auch die damals noch vorhandenen Maikäfer hatten es nicht schön bei uns. Wir haben Sie mit unserem Federballschläger vertrieben. Wenn ich heute daran denke, wie viele Insekten wegen mir gestorben sind, dann fühle ich mich echt schlecht. Auch die Regenwürmer, die damals zahlreich nach einem heftigen Sommergewitter auf dem Asphalt und meinem Schulweg lagen, fand ich nicht besonders attraktiv. Auch bin ich nicht stolz darauf, wie viele wilde Primeln ich auf jedem grünen Flecken in unserer Nachbarschaft ausgerissen und zu kleinen Sträusschen zusammenband, um sie in den nahegelegenen Alterswohnungen gegen Süssigkeiten oder gar Geld einzutauschen.

Zum Glück lernt der Mensch immer wieder Neues dazu und heute, fast ein halbes Jahrhundert später, gibt es für mich nichts Faszinierenderes als das Beobachten von allem, was im Garten kreucht und fleucht, wächst oder eben nicht wächst. Und umso mehr wir über die Kreisläufe in der Natur wissen (Seite 28), desto offensichtlicher wird, dass es auch giftfrei funktioniert.

Es ist also noch nicht zu spät. Und mit jedem Erfolg, bei dem es gelingt den Schädlingsbefall unserer Pflanzen mit Nützlingen zu zügeln (Seite 16) oder mit Homöopathie (Seite 22) und Effektiven Mikroorganismen (Seite 24) die Pflanzen robuster zu machen, wachsen Verständnis und Enthusiasmus.

Ihre Redaktion

 

PS: Fast hätte ich es vergessen: Falls es Ihnen, wie leider auch mir, schwerfällt, sich alle Namen der vielen Pflanzen, Schmetterlinge, Vögel oder Insekten zu merken, hat unsere Autorin einige Flora- und Fauna-Apps getestet und die besten zusammengestellt (Seite 33). Und falls Ihnen das alleinige Anschauen zu wenig ist, können Sie sich als Baumbeobachterin in einem Forschungsprojekt aktiv betätigen (Seite 36).