Liebe Leserin, lieber Leser

Floristinnen oder Zierpflanzengärtnerinnen sind genauso klischeebehaftete Frauenjobs, wie der Gartenbauer und Landschaftgärtner meist von Männern besetzt ist. Diesem Irrglauben zum Trotz, habe ich während Jahren als Kunden­gärtnerin für einen kleinen Gartenbaubetrieb gearbeitet. Diese Zeit war in jeglicher Hinsicht bereichernd, obwohl ich körperlich immer wieder an meine Grenzen gestossen bin. Ich kann nicht sagen, dass ich von zierlicher Natur bin, also eher zur kräftigeren Spezies gehöre. Trotzdem lag ich jeweils nach einem harten Gartentag um acht Uhr abends mit Muskelkater und Rückenschmerzen im Bett. Das unliebsamste Gartenwerkzeug war für mich der Gartentrimmer und die vielen vom tödlichen Faden zerfetzten Pflanzen und Insekten. Auch nicht zu unterschätzen sind schwere Rasenmäher, die in Hanglagen manövriert werden müssen, und dies möglichst souverän, denn der Kunde soll ja nicht merken, dass es mich im steilen Gelände fast überschlägt. Ebenfalls eine Herkulesaufgabe sind grosse, schwarze, möglichst randvolle Gartenkübel voller Grünschnitt und Erde, die über den Heckrand der Ladefläche des Pick­ups gehievt werden müssen. Und dies bei einer Körpergrösse von knappen 1,60 m. Das Schlimmste aber war tagelanges Heckenschneiden, mit grossen, schweren und vor allem langen Schwerten. Hier zeigten sich immer wieder pickelhart die physionomischen Unterschiede der Geschlechter. Dafür liebte ich es zu jäten, Sträucher zu schnei­den und Beete zu bepflanzen.

Auch so die Porträts von vier starken Frauen, die einfach das machten, was Sie für richtig hielten. Sei dies Anna Zemp, die sich schon nach dem Ersten Weltkrieg für die Erhaltung der Mit­- und Umwelt eingesetzt hat, oder Gertrude Jekyll, die sich als englische Gartengestalterin und Stilikone der Art­-and-Crafts-­Bewegung , Mitte des 19. Jahrhunderts einen Namen gemacht hat. Aber auch Frauen unserer Zeit sind ihrer Leidenschaft gefolgt. Bibi Bigler, die Duftspezialistin, sinniert über die Magie von Blumen­ und Pflan­zengeschmäckern. Und Frau Meier­-Albrecht, seit 53 Jahren Frau des Familienunternehmers des Garten-­Center Meier, unterstützt die Firma immer noch tatkräftig und mit Herzblut.

Alle vier Frauen sind einmalig , in dem, was sie getan haben oder immer noch tun.

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